Auszug aus "Ein Blick ins Jenseits"
....mir auch; komm ruhig." Das erleichterte ihn. Daran hatte er nicht gedacht, obwohl sein geistiger Leiter es ihm zuvor gesagt hatte. Alcar streckte seinen Zeigefinger nach etwas aus und sagte: "Sieh, André, jenes Wesen dort ist das größte Genie, das wir an dieser Seite kennen, ein Genie des Bösen. Er versieht die Erde mit seinen Erfindungen, die durch seine Helser durchgegeben werden und dem Stoffmenschen, der nach Ruhm und Ehre schmachtet, eingehaucht werden. Ich habe dir in der Sphäre der Erde klargemacht, wie dies geschieht, doch es wird hier noch deutlicher sein als auf Erden. Es geschieht durch eine Verbindung von Gefühl zu Gefühl, von Geist zu Geist, von Mensch zu Mensch. Was auf Erden an Gräuelerfindungen vorkommt, ist durch ihn und viele andere zustande gebracht worden."
"Diejenigen auf Erden, die sich diese Wissenschaft zu Eigen gemacht haben und ihre Kräfte dafür geben, sind Instrumente in ihren Händen. Er ist der Meister über Tausende, die ihm in seinem furchtbaren Werk folgen. In den finsteren Sphären und auf Erden steht ein mächtiges Heer zu seiner Verfügung; alle haben ein und dieselbe Abstimmung. Seine Helfer sind über die ganze Erde verstreut, aber ihre Befehle erhalten sie von hier aus. Er hat seine Abgesandten, die auf Erden alles lenken, doch er sorgt für all diese Schrecklichkeiten. Sie trachten auf Erden das Gute zu vernichten, um den Planeten Erde in ihre Macht zu bekommen. Ich brauche dir sicher nicht zu sagen, wie schrecklich das Leben auf Erden dann sein wird, wenn es ihnen gelingen würde, dies zustande zu bringen. Sie wollen das Leben, das auf Erden lebt, vernichtet sehen. Es leben auf Erden Erfinder, die von diesem Monster beeinflusst werden, und die ihm folglich als Instrument dienen. Es sind die Größten der Erde, weil er sich keinen anderen anvertrauen wird, da diese ihn nicht verstehen. Es dürfte dir gleichzeitig klar sein, dass, je mehr Macht sie auf Erden besitzen, umso größer ihre Erfindungen sind, desto tiefer sind sie gesunken. Ihn bewacht man, weil er ein Meister ist und weil sie wissen, welche Kräfte er besitzt."
Auf einem Podest saß ein Mensch zusammengeduckt vor einer äußerst geheimnisvollen Maschine. Es war ein langer, magerer Mann. Nichts an ihm bewegte sich, er konzentrierte sich scharf auf unsichtbare Mächte. Er saß da, als wenn er tot wäre. Er verriet durch nichts, was er innerlich fühlte und wahrnahm. Von ihm ging ein entsetzlicher Einfluss aus, was er bereits im Voraus gespürt hatte. Er war der Teufel in eigener Person.
"Und doch ist er es nicht, André. Wir kennen noch niedrigere Zustände als diese, welche alle noch schrecklicher sind."
Wie war es möglich, dass ein noch größeres Übel angerichtet werden konnte?
"Auch er kennt und hat seine Meister, und im Augenblick ist er in Kontakt. Wir werden etwas erleben, was nur wenige erleben werden."
Sein langes dunkles Haar hing bis auf seine Schultern und das Gewand, das er trug, funkelte und glitzerte in leidenschaftlichen Lichtblitzen. Auf seinem Gewand offenbarte sich sein innerer Zustand, wie er es auch bei anderen wahrgenommen hatte. Der dort vor ihm saß, musste wohl sehr scharf in seinem Gefühl sein, das konnte er an seiner Ausstrahlung sehen. André spürte, dass er innerlich von etwas bewegt war, was ihn in Anspruch genommen hatte. Dennoch saß er ruhig da; nichts verriet seine innere Anspannung. Dieser Mensch regierte und unterstützte die Wissenschaft auf Erden. Alle, die sich auf ihn abstimmten, waren in seiner Gewalt und verloren. Die Gelehrten der Erde wollten dies selbst, da sie Reichtum, Ruhm und Ehre sammeln wollten. Auf Erden bereicherte sich ein Gelehrter durch das Blut seines Mitmenschen, doch daran wurde nicht gedacht. Man suchte und fand, aber ob es für die Zerstörung war, danach fragten sie nicht. Er saß da wie ein Rätsel.
"Was tut er, Alcar?"
"Ich werde mich mit ihm verbinden; vielleicht werden wir dann mehr erfahren."
André sah und spürte, dass sein geistiger Leiter sich einstellte. Es dauerte lange, ehe Alcar zu ihm sprach. Womit war der Mann beschäftigt? Welche Kräfte, die man auf Erden noch nicht kannte, würde er dem Kosmos entziehen? Um wie viele Jahre war er der Wissenschaft auf Erden voraus? Vielleicht wohl um hunderte. Es kam Bewegung in seinen geistigen Leiter und auch in ihn, da der Mann sich rührte und tief Luft holte. Plötzlich drehte er sich um, stieg vom Podest und setzte eine Maschine in Betrieb. Danach kehrte er an seinen Platz zurück, um sich ganz in sein Studium zu vertiefen.
"Hast du etwas feststellen können, Alcar?"
"Ja, mein Junge, doch er spürt etwas, weiß aber nicht, von woher es kommt. Hör zu, André. Ich will dir zeigen, was ich sehe. Neben ihm sehe ich ein scheußliches Monster" - und auch André sah es durch die Kraft seines geistigen Leiters. "Jenes Wesen ist sein Meister, der noch tiefer gesunken ist als er. Aber wir kennen noch niedrigere Zustände, in denen die Meister leben, die über diese Gefilde regieren. Diejenigen, denen wir bis jetzt begegnet sind, sind Unschuldige im Vergleich zu ihnen."
Deutlich nahm André die Ausstrahlung des Monsters wahr, das ihn beeinflusste. Wie weit konnten diese Wesen bei der Vernichtung des Menschengeschlechts gehen? War daran kein Ende zu sehen? Sie würden später für tausende von Jahren im Tal der Schmerzen bleiben müssen, aber daran dachten sie nicht. Wann wurden sie selbst vernichtet? Er sah zu Alcar, der seine Frage spürte.
"Ihre Tiefe ist so tief, wie die höchste Sphäre auf geistiger Abstimmung hoch ist. Ist dir das verständlich?"
"Ja, Alcar."
"Dennoch können sie nicht tiefer sinken als die Abstimmung der Erde. Dies ist die vortierische Abstimmung; sie alle haben auf dem Planeten Erde gelebt. Doch in dem Zustand, in dem sie nunmehr leben, haben sie einen Grad erreicht und sind folglich die Meister. Dies sagt uns, dass das Gute einst siegen wird. Alles, was also höher liegt, darauf können sie sich nicht abstimmen, sodass das Gute das Böse bezwingt. Höre, er wird sprechen."
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